3.4 Die Selbstbehandlung / Prinzip der Gegenseite:

Nachdem durch die Selbstuntersuchung vom Schüler selbst eine angenehmere und eine
unangenehmere Bewegungsrichtung ermittelt worden ist, wird die eigentliche Selbstbehandlung
vorgenommen. Dazu, und das ist die zweite Besonderheit bei ZILGREI, wird in der einfachsten
Ausführungsvariante der entsprechende Körperbereich (z.B. der Kopf) in die zuvor als angenehmer
empfundene Stellung bewegt (Gegenposition zur symptomauslösenden Stellung, s. Bild weiter unten),
allerdings nicht (bis auf einige Ausnahmen) bis in die Endstellung hinein, die der Schüler bei der
Selbstuntersuchung hat einnehmen können. Dieser Punkt ist sehr wichtig, kann doch eine
Nichtbeachtung meist entweder zur Erfolglosigkeit der ZILGREI-Selbstbehandlung, oder sogar zu
einer vorübergehenden Beschwerdeverstärkung führen! In dieser Haltung, der sog. ZILGREI-Position,
verbleibt der Schüler und führt parallel dazu 5 Atemzyklen ZILGREI-Standard-Atmung durch. Dies
dauert ungefähr 1 bis 2 Minuten. Wenn man mag, gerade am Anfang ist aus Motivationsgründen dazu
anzuraten, kann nach der Selbstbehandlung ein sog. Nachtest durchgeführt werden, der wiederum
der bereits beschriebenen Selbstuntersuchung entspricht. Dabei bewegt man sich dann allerdings
zuerst in die ZILGREI-Position, danach zur vorher "schlechteren" Seite. Oft, jedoch nicht immer, zeigt
dieser Nachtest eine sofortige Besserung der jeweiligen Symptomatik. Dieser Nachtest hat noch
eine weitere wichtige Funktion: im Falle einer Verbesserung dient er dazu, der "Körperintelligenz"
klarzumachen, dass ein Vermeiden von bestimmten schmerzauslösenden Haltungen oder
Bewegungen nun nicht mehr nötig ist, und die alten Bewegungsmuster durch neue ersetzt werden
können.

Es findet so eine Art biokybernetische "Neuprogrammierung" statt.
Um es noch einmal klar herauszustellen: ZILGREI arbeitet immer nur (bis auf ganz wenige
Ausnahmen) einseitig, immer nur im angenehmen Bereich der zuvor ausgetesteten symptomärmeren
Bewegungsrichtung! Wenn man so will, ist ZILGREI die Kombination aus der eingangs
beschriebenen Atemtechnik und einer therapeutisch modifizierten Schonhaltung. Es ist leicht zu
verstehen, dass dieses Prinzip gerade den an chronischen Schmerzen leidenden Menschen sehr
entgegenkommt, werden sie doch bei der ZILGREI-Methode niemals dazu aufgefordert, bis an die
Schmerzgrenze oder gar darüber hinaus zu gehen, sondern genau das Gegenteil davon zu tun.

Es werden in aller Regel maximal 5 verschiedene Selbstbehandlungen hintereinander durchgeführt,
und das höchstens 3 x pro Tag, in Abhängigkeit von der Stärke der jeweiligen Beschwerden oder
auch nur zur Prophylaxe.
ZILGREI-Selbstbehandlungen werden im Sitzen, Stehen, Liegen und einigen "Sonderhaltungen" wie
z. B. dem Vierfüßlerstand in normaler Alltagskleidung ausgeführt, deshalb kann man mit ZILGREI
überall, z. B. auch am Arbeitsplatz oder während eines Spazierganges, etwas gegen seine
Beschwerden tun.

Bisher war nur die Rede vom Einnehmen bestimmter Körperhaltungen in Verbindung mit der
ZILGREI-Standard-Atmung. Es gibt aber noch zahlreiche andere Ausführungsvarianten und
Techniken, die der Autor an dieser Stelle nur namentlich erwähnen will, ohne sie näher zu
beschreiben: dynamische Ausführung, indizierte Atmungsphase, Nodding-Technik, Antsyncon-
Technik, Öffnen und Schließen von Gelenken, Gelenkkompression, assistierte Selbstbehandlungen,
Keil-Techniken, kombinierte Selbstbehandlungen und der Einsatz von Wärme und Kälte.

Fast alle Selbstbehandlungen tragen übrigens Vogelnamen wie z. B. Schwan; dahinter steckt kein
tieferer Sinn, die Begründer von ZILGREI entschlossen sich dazu wohl eher aus Gründen der
besseren Einprägsamkeit der vielen verschiedenen Selbstbehandlungen.





















Selbstbehandlung Schwan, HWS, Horizontalebene
Selbstbehandlung Schwan, HWS, Horizontalebene
Effekte der Zwerchfelltiefenatmung
Die Selbstuntersuchung / der Test
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Diese Seite wurde zuletzt geändert am 21.07.08